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Was kosten CNC-Kunststoffteile? Preisfaktoren und Kalkulation

Was kostet Kunststoff fräsen lassen? Die 5 Hauptkostentreiber erklärt: Material, Stückzahl, Komplexität, Toleranzen, Maschinentyp. Angebot in 48h.

· 12 Min Lesezeit

Wer zum ersten Mal Kunststoffteile CNC-fräsen lassen will, steht vor einer frustrierenden Erfahrung: Listenpreise gibt es nicht. Jedes Teil ist ein Unikat in seiner Kombination aus Material, Geometrie, Stückzahl und Toleranzanforderung. Das macht eine Vorab-Kalkulation schwierig, wenn man nicht weiß, welche Schrauben den Preis tatsächlich bewegen.

Dabei folgt die Preisbildung bei CNC-Kunststoffteilen einer klaren Logik. Fünf Faktoren entscheiden darüber, was ein Teil am Ende kostet: das gewählte Material, die Stückzahl, die Geometriekomplexität, die geforderten Toleranzen und der eingesetzte Maschinentyp. Wer diese Faktoren kennt, kann gezielt Kosten steuern -- schon vor der ersten Anfrage.

Dieser Artikel legt die Preislogik offen. Mit Vergleichstabellen, konkreten Richtwerten aus dem Markt und praxiserprobten Tipps zur Kostenoptimierung. Stand: April 2026.

Das Wichtigste in Kürze

ThemaKey Takeaway
MaterialkostenStandard-Kunststoffe (POM, PA) sind 10- bis 50-fach günstiger als PEEK -- Materialwahl hat direkten Preiseinfluss
StückzahlRüstkosten verteilen sich: bei 100 Stück statt 1 Stück sinkt der Stückpreis oft um 50-70 %
KomplexitätEinfache 2D-Konturen kosten einen Bruchteil von 5-Achs-Freiformflächen
ToleranzenEnge Toleranzen verdoppeln die Fertigungszeit für kritische Flächen
Maschinentyp5-Achs-Bearbeitung kostet ca. 30-50 % mehr pro Stunde als 3-Achs

Welche Faktoren bestimmen die Kosten von CNC-Kunststoffteilen?

Die Kosten eines CNC-gefrästen Kunststoffteils setzen sich aus fünf Hauptblöcken zusammen: Materialkosten, Rüst- und Programmieraufwand, Maschinenzeit, Nachbearbeitung und Qualitätssicherung. Welcher Block dominiert, hängt von der konkreten Anforderung ab.

Das Zusammenspiel der Faktoren ist entscheidend: Ein einfaches POM-Teil in Serie ist um Größenordnungen günstiger als ein einzelnes PEEK-Bauteil mit engen Toleranzen und komplexer 5-Achs-Geometrie. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick, wie jeder Faktor den Preis beeinflusst.

KostenfaktorEinfluss auf StückpreisOptimierungspotenzial
Materialhoch (Faktor 2-50x je nach Werkstoff)Werkstoff prüfen: reicht Standard statt Hightech?
Stückzahlsehr hoch (Rüstkosten je Losgröße)Losgröße erhöhen, Sammelbestellungen
Geometriekomplexitäthoch (bestimmt Maschinenzeit)Konstruktion vereinfachen, Achsanzahl prüfen
Toleranzenmittel bis hoch (Mehraufwand bei engen Vorgaben)Nur wo nötig enge Toleranzen fordern
Maschinentypmittel (3-Achs vs. 5-Achs)3-Achs nutzen, wenn geometrisch möglich
Nachbearbeitungmittel (Gewindeschneiden, Polieren, Beschichten)Nur notwendige Nachbearbeitungsschritte
Qualitätssicherunggering bis mittel (bei Standardteilen gering)Messprotokoll nur bei Anforderung

Der Preisrahmen für CNC-gefräste Kunststoffteile am Markt reicht von wenigen Euro für einfache Standardteile in Serie bis zu mehreren hundert Euro für Einzelteile aus Hochleistungskunststoff mit engen Toleranzen. Die genaue Kalkulation erfolgt immer auf Basis der konkreten Zeichnung und Anforderung.

Einen vollständigen Überblick über den Fertigungsprozess -- von der Zeichnung bis zum fertigen Bauteil -- finden Sie im Praxisguide zum CNC-Fräsen von Kunststoffen.

Materialkosten: Standard- vs. Hochleistungskunststoff

Das Material ist einer der variabelsten Kostentreiber bei CNC-Kunststoffteilen. Die Halbzeugpreise unterscheiden sich je nach Werkstoffgruppe erheblich -- und das schlägt direkt auf den Stückpreis durch.

Standard-Thermoplaste wie PE-HD, PP oder POM sind preiswerte Ausgangsmaterialien für die spanende Bearbeitung. Hochleistungskunststoffe wie PEEK oder PEI (Ultem) kosten ein Vielfaches -- und das bei deutlich höherem Maschinenwerkzeugverschleiß.

Materialgruppen und Richtwerte für Halbzeugpreise

Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf Marktpreise für Kunststoff-Halbzeuge (Platten, Stäbe, Blöcke) in handelsüblichen Abmessungen, Stand April 2026. Preisquellen: Halbzeug-Hersteller GEHR Plastics, Ensinger und Röchling Engineering Plastics.

MaterialWerkstoffgruppeRichtwert HalbzeugBearbeitbarkeitTypische Anwendung
PE-HDStandard2-4 EUR/kgsehr gutGleitteile, Behälter, Gehäuse
PPStandard2-4 EUR/kggutChemie, Lebensmittel, Gehäuse
PVCStandard3-7 EUR/kggutGehäuse, Abdeckungen, Apparatebau
POM (Delrin)Technisch5-10 EUR/kgsehr gutPräzisionsteile, Zahnräder, Buchsen
PA 6Technisch4-8 EUR/kggutGleitelemente, Strukturteile
PA 66Technisch5-10 EUR/kggutStrukturteile, Gehäuse, Zahnräder
PMMATechnisch5-10 EUR/kggutOptik, Sichtfenster, Schutzscheiben
PCTechnisch8-15 EUR/kgmittelGehäuse, medizinische Teile
PTFEHochleistung30-80 EUR/kggut (weich)Dichtungen, Isolatoren, Gleitflächen
PSUHochleistung20-50 EUR/kgmittelMedizin, Sterilisationsbeständig
PEI (Ultem)Hochleistung50-120 EUR/kgmittelLuft- und Raumfahrt, Medizin
PEEKHochleistung80-200+ EUR/kggut (hart)Höchstbeanspruchte Funktionsteile

Der Materialanteil am Stückpreis berechnet sich nicht nur aus dem Halbzeugpreis, sondern auch aus dem Materialeinsatz und dem Zerspanungsvolumen. Ein PEEK-Block, aus dem 80 % des Volumens als Späne anfallen, erzeugt erhebliche Materialkosten -- auch wenn das Fertigteil klein ist.

Mehr zu den Eigenschaften und Bearbeitungsbesonderheiten von Hochleistungskunststoffen lesen Sie im Artikel Hochleistungskunststoffe fräsen: PEEK, POM, PTFE.

Materialwahl als Kostenstellschraube

Nicht jede Anwendung erfordert PEEK. Bevor eine teure Spezifikation festgelegt wird, lohnt die Frage: Welche mechanischen, thermischen und chemischen Anforderungen muss das Teil tatsächlich erfüllen? Häufig ist POM oder PA eine technisch gleichwertige, aber erheblich günstigere Alternative.

Die CNC-Bearbeitung bei H. Scheffel umfasst das gesamte Spektrum technischer Werkstoffe -- von Standard bis Hochleistung.

Wie beeinflusst die Stückzahl den Preis für Kunststoff fräsen lassen?

Die Stückzahl ist der stärkste Hebel, den ein Einkäufer direkt beeinflussen kann. Der Grund liegt in der Kostenstruktur der CNC-Fertigung: Rüstkosten und Programmieraufwand fallen einmalig pro Losgröße an -- unabhängig davon, ob ein Teil oder hundert Teile gefertigt werden.

Was sind Rüstkosten?

Rüstkosten entstehen für das Einrichten der Maschine: Werkzeuge einwechseln, Nullpunkte setzen, Spannmittel montieren, das CNC-Programm laden und das erste Teil prüfen. Dieser Aufwand liegt je nach Teilekomplexität bei 30 Minuten bis mehreren Stunden. Bei einem Maschinenstundensatz von ca. 70-90 EUR/h ergeben sich Rüstkosten von typisch 50 bis 300 EUR pro Losstart.

Bei einem Einzelteil tragen diese Kosten vollständig auf den einen Stückpreis. Bei 100 Teilen verteilen sie sich auf alle 100 Stück.

Die drei Mengenstufen im Vergleich

MerkmalEinzelteilKleinserie (10-100)Serie (100-500+)
Rüstkosten je Stücksehr hoch (100 % auf 1 Teil)mittel (auf 10-100 verteilt)niedrig (marginal)
Maschinenzeit je Stückgleichgleichgleich (evt. Optimierung)
Programmieraufwand je Stücksehr hochmittelniedrig
Lieferzeitkurz (wenige Tage)kurz bis mittelmittel
Kosten gesamt je Stücksehr hochmittelniedrig bis mittel

Richtwert aus dem Markt: Ein einfaches Kunststoffteil, das als Einzelstück 200 EUR kostet, kann in der 100er-Serie auf 40-60 EUR je Stück sinken -- allein durch die Verteilung der Rüstkosten. Die Maschinenzeit pro Teil bleibt konstant.

Wann lohnt sich eine höhere Losgröße?

Die Wirtschaftlichkeit einer größeren Losgröße lässt sich überschlagen: Wenn die Rüstkosten mehr als 20-30 % des Einzelteilpreises ausmachen, lohnt es sich, zwei oder drei Lose zusammenzufassen. Für Einkäufer bedeutet das: Wer regelmäßig dieselben Teile bestellt, spart durch Sammelbestellungen erheblich.

Mehr zur Wirtschaftlichkeit von CNC-Kleinserien gegenüber anderen Verfahren lesen Sie im Artikel CNC-Fräsen, Spritzguss oder 3D-Druck: Verfahrensvergleich.

Komplexität: Toleranzen, Geometrie und Nachbearbeitung

Geometrische Komplexität und Toleranzanforderungen bestimmen, wie viel Maschinenzeit ein Teil tatsächlich benötigt. Je komplexer die Geometrie und je enger die Toleranzen, desto länger läuft die Maschine -- und desto höher der Preis.

Geometrische Komplexität und Achsanzahl

Eine einfache 2D-Kontur -- Außenkontur fräsen, Bohrungen, Taschen -- ist mit einer 3-Achs-Maschine in wenigen Minuten gefertigt. Eine gekrümmte 3D-Freiformfläche oder ein Bauteil mit Hinterschnitten benötigt mehrere Aufspannungen oder eine 5-Achs-Maschine. Maschinenzeit und Einrichteaufwand steigen dabei deutlich.

Faustregel: Jede zusätzliche Aufspannung bedeutet Rüstzeit und erhöht das Risiko von Lagetoleranzen zwischen den Aufspannpositionen. 5-Achs-Bearbeitung in einer Aufspannung löst dieses Problem, kostet aber mehr pro Maschinenstunde.

Den technischen Vergleich von 3-Achs- und 5-Achs-Bearbeitung bei Kunststoffen finden Sie in 3-Achs vs. 5-Achs CNC-Fräsen bei Kunststoffen.

Toleranzen und ihr Preiseinfluss

Enge Toleranzen erhöhen die Fertigungskosten auf zwei Wegen: Die Maschinenzeit steigt (langsamere Vorschübe, mehr Schlichtvorgänge), und der Aufwand für Qualitätssicherung und Messtechnik nimmt zu.

ToleranzklasseRichtwertFertigungsaufwandTypische Anforderung
IT10-IT12±0,1 bis ±0,3 mmStandardGehäuse, Abdeckungen, unkritische Passungen
IT8-IT9±0,05 bis ±0,1 mmerhöhtFunktionsteile, Lagerpassungen normal
IT6-IT7±0,01 bis ±0,02 mmdeutlich erhöhtPräzisionspassungen, Führungen
IT5 und enger< ±0,01 mmhoch, mit MessprotokollFeinmechanik, Medizintechnik

Enge Toleranzen sollten daher nur dort gefordert werden, wo sie funktional notwendig sind. Eine Zeichnung, die jede Fläche mit IT6 bemaßt, ist teurer als eine, die nur an Passflächen enge und überall sonst allgemeine Toleranzen vorschreibt.

Mehr zu Toleranzklassen und ihrer Bedeutung für die Fertigung lesen Sie im Artikel Toleranzen bei CNC-Kunststoffteilen.

Nachbearbeitung als Zusatzkostenblock

Nachbearbeitungsschritte, die nach dem Fräsen erforderlich sind, erhöhen den Stückpreis:

  • Gewindeschneiden: wenige EUR pro Gewinde, aber relevant bei vielen Gewindebohrungen

  • Entgraten und Verrunden: manueller Aufwand, vor allem bei Bohrungen und Kanten

  • Polieren: erheblicher Zeitaufwand, vor allem bei optischen Anforderungen

  • Beschichten oder Lackieren: extern vergeben, Zusatzkosten und Lieferzeit

  • Messprotokoll: bei strengen Qualitätsnachweisen notwendig, Aufwand je nach Prüfumfang

Jeder Nachbearbeitungsschritt, der nicht funktional notwendig ist, ist ein unnötiger Kostentreiber. Die Anforderungen in der Zeichnung sollten daher nur das enthalten, was das Teil tatsächlich braucht.

Maschinenkosten: 3-Achs vs. 5-Achs beim Kunststoff fräsen lassen

Der Maschinentyp bestimmt den Stundensatz und damit einen wesentlichen Teil der Fertigungskosten. 5-Achs-Maschinen sind in Anschaffung und Betrieb teurer als 3-Achs-Anlagen, dieser Mehraufwand spiegelt sich im Stundensatz wieder.

Maschinenstundensätze im Marktvergleich

Maschinenstundensätze für die CNC-Kunststoffbearbeitung variieren je nach Maschinentyp, Betriebsgröße und Region. Die folgenden Richtwerte basieren auf öffentlich zugänglichen Marktdaten aus dem deutschsprachigen Raum (Stand April 2026):

MaschinentypRichtwert StundensatzTypischer Einsatzbereich
3-Achs CNC-Fräsenca. 60-90 EUR/h2D-Konturen, Bohrungen, einfache 3D-Flächen
4-Achs CNC-Fräsenca. 75-100 EUR/hRundumlaufende Bearbeitung, Nockenwellen-Geometrien
5-Achs CNC-Fräsenca. 90-130 EUR/hKomplexe 3D-Geometrien, Hinterschnitte, Präzisionsbauteile

Der Stundensatz erklärt nur einen Teil des Preisunterschieds. 5-Achs-Bearbeitung reduziert häufig die Anzahl der Aufspannungen und damit die Rüstzei, in manchen Fällen ist die Gesamtzeit trotz höherem Stundensatz geringer als bei mehrfach gespannten 3-Achs-Teilen.

Wann ist 5-Achs wirtschaftlich?

5-Achs-Bearbeitung lohnt sich bei Teilen, die:

  • mehr als zwei Aufspannungen auf einer 3-Achs-Maschine erfordern würden,

  • geometrische Anforderungen haben, die auf der 3-Achs-Maschine gar nicht erreichbar sind (z.B. Hinterschnitte, tiefe Kavitäten mit eingeschränkter Zugänglichkeit einzelner Flächen),

  • enge Lagetoleranzen zwischen Flächen verschiedener Seiten aufweisen (ein Umspannen bringt immer Positionierungsfehler mit sich).

Für einfache, flache Teile ohne komplexe 3D-Geometrie ist 3-Achs die wirtschaftlichere Wahl. Eine gut durchdachte Konstruktion kann oft so gestaltet werden, dass 3-Achs-Bearbeitung ausreicht.

Die H. Scheffel GmbH verfügt über 3-Achs- und 5-Achs-Anlagen und wählt je nach Teilegeometrie das wirtschaftlichste Verfahren. Mehr dazu auf der CNC-Leistungsseite.

Wie können Sie die Kosten für CNC-Kunststoffteile optimieren?

Einkäufer und Projektverantwortliche können den Preis für CNC-Kunststoffteile aktiv beeinflussen und das in vielen Fällen erheblich. Die wichtigsten Hebel liegen auf der Konstruktions- und Prozessseite.

1. Konstruktion kostengerecht gestalten

Die Geometrie bestimmt die Maschinenzeit. Wer eng mit dem Fertigungspartner zusammenarbeitet, vermeidet teure Konstruktionsentscheidungen, die sich erst in der Kalkulation zeigen.

Konkrete Maßnahmen:

  • Radien in Innenecken statt spitzer Winkel: Spitze Innenecken erfordern kleine Fräserdurchmesser und langsame Vorschübe. Verrundungen beschleunigen den Fräsprozess.

  • Tiefen-zu-Breiten-Verhältnis bei Taschen beachten: Sehr tiefe und enge Taschen verlängern die Fräszeit erheblich.

  • Hinterschnitte vermeiden, wenn nicht funktional nötig: Jeder Hinterschnitt erfordert Sonderwerkzeuge oder eine weitere Aufspannung.

  • Symmetrien nutzen: Symmetrische Teile lassen sich effizienter spannen und bearbeiten.

2. Toleranzen nur dort eng setzen, wo es notwendig ist

Eine Allgemeintoleranz DIN ISO 2768-m ist für den größten Teil einer Zeichnung ausreichend. Enge Maßtoleranzen sollten nur an Passflächen, Lagersitzen und funktionskritischen Flächen stehen. Überspecifikation kostet Geld, ohne Mehrwert zu liefern.

3. Losgröße anpassen

Wie im Abschnitt zur Stückzahl beschrieben: Rüstkosten sind der stärkste Hebel bei kleinen Stückzahlen. Wer regelmäßig dieselben Teile bestellt, sollte Losgrößen prüfen und Sammelbestellungen in Betracht ziehen.

4. Vollständige und korrekte Zeichnungsunterlagen liefern

Unklare oder fehlende Informationen in der Zeichnung erzwingen Rückfragen- das kostet Zeit auf beiden Seiten. Vollständige Zeichnungen mit eindeutigen Toleranzangaben, Oberflächenangaben und Werkstoffspezifikation reduzieren Rückfragen und beschleunigen die Angebotserstellung.

Was eine vollständige Bestellzeichnung enthalten sollte, erklärt der Artikel Kunststoffteile nach Zeichnung bestellen.

5. Material früh festlegen und prüfen

Wer die Materialspezifikation erst spät im Prozess ändert, zahlt unter Umständen für Halbzeugteile, die nicht mehr verwendet werden. Material früh mit dem Fertigungspartner abstimmen und prüfen, ob eine kostengünstigere Alternative die Anforderungen ebenfalls erfüllt.

Mehr zu CNC-Prototypen, Kleinserien und ihrer Kostenwirtschaftlichkeit lesen Sie in unserem Beitrag zu CNC-Prototypen und Kleinserien aus Kunststoff.

Fazit: Was kostet Kunststoff fräsen lassen?

CNC-Kunststoffteile haben keinen Katalogpreis. Aber die Preislogik ist transparent und nachvollziehbar, wenn man die fünf Hauptfaktoren kennt: Material, Stückzahl, Geometriekomplexität, Toleranzen und Maschinentyp.

Standard-Kunststoffe in einfacher Geometrie und wirtschaftlicher Losgröße lassen sich zu sehr wettbewerbsfähigen Stückkosten fertigen. Hochleistungswerkstoffe mit engen Toleranzen und 5-Achs-Geometrie in Einzelfertigung liegen am anderen Ende der Preisskala. Dazwischen gibt es viele Möglichkeiten, durch konstruktive und kaufmännische Entscheidungen Kosten zu steuern.

Der wichtigste Schritt zur verlässlichen Kalkulation ist das konkrete Angebot auf Basis der realen Zeichnung. Mit vollständigen Unterlagen ist eine belastbare Kalkulation in der Regel innerhalb von 48 Stunden möglich.

Individuelle Kalkulation für Ihr Kunststoffteil in 30h. H. Scheffel GmbH kalkuliert transparent: mit 3-Achs und 5-Achs, für Einzelteile bis zur Kleinserie. Jetzt Anfrage stellen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet CNC-Fräsen pro Stunde bei Kunststoffen?

Maschinenstundensätze für CNC-Kunststoffbearbeitung liegen am Markt typisch bei 60-90 EUR/h für 3-Achs-Anlagen und 90-130 EUR/h für 5-Achs-Anlagen. Dazu kommen einmalige Rüstkosten, Materialkosten und, je nach Anforderung, Nachbearbeitungs- und Messtechnikkosten.

Warum ist PEEK fräsen lassen so teuer?

PEEK-Halbzeuge kosten am Markt ca. 80-200+ EUR/kg -- das sind 10- bis 50-fache Materialkosten gegenüber Standard-Kunststoffen wie POM oder PA. Dazu kommen höherer Werkzeugverschleiß und angepasste Schnittparameter. Material und Maschinenkosten treiben den Stückpreis entsprechend nach oben.

Wie viel günstiger ist Kleinserie gegenüber Einzelteilfertigung?

Rüstkosten fallen einmalig pro Losgröße an, unabhängig von der Stückzahl. Bei 100 Stück statt 1 Stück sinkt der Stückpreis in vielen Fällen um 50-70 %, wenn Rüst- und Programmierkosten den dominanten Anteil bilden. Die Maschinenzeit je Teil bleibt davon unberührt.

Wie kann ich die Kosten für CNC-Kunststoffteile senken?

Die wirksamsten Hebel: Losgröße erhöhen, enge Toleranzen nur an funktionskritischen Flächen fordern, Geometrie vereinfachen (z.B. Radien statt spitze Innenecken), günstigeres Material prüfen, wenn technisch möglich, und vollständige Zeichnungsunterlagen liefern, um Rückfragen zu vermeiden.

Wann ist 5-Achs-Fräsen trotz höherem Stundensatz wirtschaftlicher?

5-Achs lohnt sich, wenn ein Teil auf einer 3-Achs-Maschine mehrfach gespannt werden müsste. Jedes Umspannen kostet Rüstzeit und erhöht das Risiko von Lagetoleranzen zwischen den Aufspannpositionen. Eine einzige Aufspannung auf der 5-Achs-Maschine kann gesamthaft schneller und günstiger sein.

Wie schnell bekomme ich ein Angebot für CNC-Kunststoffteile?

Mit vollständiger Zeichnung und Werkstoffangabe ist eine belastbare Kalkulation typisch innerhalb von 24 bis 48 Stunden möglich. Fehlende Informationen in der Zeichnung -- zum Beispiel fehlende Toleranzangaben oder offene Materialfragen -- verlängern den Prozess durch notwendige Rückfragen.

Quellen

  1. GEHR Plastics: Kunststoff-Halbzeugpreise und Materialübersicht. https://www.gehr.de/produkte/halbzeuge/

  2. Quadrant/MCAM: Acetron POM und PEEK — Halbzeugpreise und Werkstoffdaten. https://www.mcam.com/de

  3. technik-einkauf.de: CNC-Fräsen, Stundensätze und Fertigungskosten. https://www.technik-einkauf.de

  4. zerspanungstechnik.de: Maschinenstundensätze CNC und Marktübersicht. https://www.zerspanungstechnik.de

  5. Ensinger GmbH: Werkstoffdaten und Halbzeug-Preisreferenzen für technische Kunststoffe. https://www.ensingerplastics.com/de-de

  6. Röchling Engineering Plastics: Halbzeugübersicht und Werkstoffvergleich. https://www.roechling.com/de/engineering-plastics

  7. VDI-Wissensforum: DIN ISO 20457 — Toleranzmanagement bei Kunststoff-Formteilen. https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-kunststoff/toleranzmanagement-kunststoff-formteile/

Portrait von Frank Schulte

Über den Autor

Frank Schulte

Geschäftsführer · H. Scheffel GmbH

Frank Schulte ist Geschäftsführer bei der H. Scheffel GmbH und verfügt über jahrzehntelange Expertise in der Kunststoffverarbeitung. Als Spezialist für hochpräzise Formteile begleitet er Industriekunden vom Werkzeugbau bis zur Serienproduktion. Seine Schwerpunkte liegen in der technischen Beratung, Prozessoptimierung und der Umsetzung anspruchsvoller Kunststoff-Projekte für Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik.

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